Ich fahre seit Jahren regelmäßig nach Prag, und fast immer mit dem Auto. Das Flugzeug wäre vielleicht schneller, aber mit dem Wagen bin ich flexibel, kann mitnehmen, was ich will, und die Stadt liegt von Bayern aus ohnehin fast vor der Haustür. Über die Jahre habe ich allerdings ein paar Dinge gelernt, die meine Reisen deutlich entspannter gemacht haben. Hier sind sie.
Von Deutschland aus ist Prag erstaunlich gut erreichbar. Ich fahre über Nürnberg, dann auf der A6 bis zur Grenze bei Waidhaus, wo sie in die tschechische D5 übergeht. Von dort sind es über Pilsen noch rund anderthalb Stunden bis Prag. Aus Nürnberg bin ich in etwa drei Stunden da, aus München in knapp vier.
Die Anfahrt ist einfacher, als viele denken
Das Schöne daran ist die Richtung. Wer über die D5 kommt, erreicht Prag von Westen, also genau dort, wo viele praktische Hotels mit eigenem Parkplatz liegen. Man muss sich nicht erst durch die ganze Stadt quälen, sondern ist am Stadtrand schon fast am Ziel.
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Die Vignette nicht vergessen
Ein Punkt, den man leicht übersieht. Für die tschechischen Autobahnen braucht man eine Vignette, und die gibt es längst nur noch elektronisch. Ich kaufe sie immer schon vor der Abfahrt online, das dauert nur wenige Minuten und man bindet sie einfach an das Kennzeichen. Eine Zehn-Tages-Vignette kostet nur ein paar Euro und erspart einem Ärger an der Grenze. Wer ohne fährt und kontrolliert wird, zahlt deutlich mehr.
Den richtigen Zeitpunkt für die Anfahrt wählen
Ein kleiner Tipp aus Erfahrung. Ich versuche, nicht mitten im Berufsverkehr in Prag anzukommen. Wer am späten Nachmittag in die Stadt fährt, steht schnell im Stau, vor allem an den Einfallstraßen. Ich starte deshalb gern früh und bin am Vormittag da, oder ich plane die Ankunft am frühen Abend, wenn sich der Verkehr beruhigt hat. Da ich von Westen komme und am Stadtrand übernachte, umgehe ich die schlimmsten Stellen ohnehin.
Im Zentrum mit dem Auto: lieber nicht
Den größten Fehler habe ich bei meinen ersten Besuchen gemacht. Ich wollte mit dem Auto direkt ins Zentrum. Das ist keine gute Idee. Die Prager Altstadt ist ein Gewirr aus engen Gassen, Einbahnstraßen, Straßenbahnen und Fußgängerzonen. Dazu kommen die blauen Zonen, die für Anwohner reserviert sind, und Parkplätze, die entweder teuer oder schlicht nicht vorhanden sind.
Inzwischen weiß ich, dass das Auto im Zentrum nur Stress bedeutet. Man sucht ewig einen Platz, zahlt viel und kommt am Ende langsamer voran als zu Fuß. Prag ist eine Stadt, die man am besten ohne Auto erlebt, sobald man einmal angekommen ist.
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Mein Trick: außerhalb übernachten, mit der Tram rein
Die Lösung, die bei mir alles verändert hat, ist einfach. Ich übernachte außerhalb des Zentrums, an einem ruhigen Ort mit eigenem Parkplatz und guter Straßenbahnanbindung. Das Auto stelle ich nach der Ankunft ab und rühre es bis zur Abreise kaum noch an.
Wer über die D5 anreist, findet im Westen der Stadt genau solche Unterkünfte. Eine Unterkunft außerhalb des Zentrums mit Parkplatz und schneller Anbindung ist mit dem Auto die deutlich bessere Wahl als ein Hotel mitten in der Altstadt. Morgens steht man in Ruhe auf, fährt mit der Tram in einer Viertelstunde ins Zentrum, und abends kehrt man in die Ruhe zurück, weit weg vom Trubel der Innenstadt. Für mich ist das der größte Unterschied zwischen einer stressigen und einer erholsamen Reise.
In der Stadt fährt man am besten mit der Tram
Sobald das Auto steht, nutze ich die öffentlichen Verkehrsmittel. Prag hat ein dichtes Netz aus Straßenbahnen und Metro, das zuverlässig und im Vergleich zu deutschen Städten erstaunlich günstig ist. Tickets kaufe ich bequem über die App oder am Automaten, eine Tageskarte lohnt sich fast immer.
Die Straßenbahn ist außerdem ein Erlebnis für sich. Linien wie die 22 fahren an vielen Sehenswürdigkeiten vorbei, von der Burg bis zur Kleinseite. Man sitzt, schaut aus dem Fenster und sieht nebenbei mehr von der Stadt als bei mancher Prager Stadtführung.
Was ich heute anders mache
Nach all den Jahren ist meine Routine klar. Ich kaufe die Vignette vorab, fahre entspannt über die D5 an, stelle das Auto am Stadtrand ab und erkunde Prag mit der Tram. Das Auto bringt mich bequem hin und wieder zurück, aber in der Stadt selbst lasse ich es stehen.
Prag mit dem Auto ist überhaupt kein Problem, wenn man ein paar einfache Dinge beachtet. Man muss nur aufhören, das Zentrum mit dem Wagen erobern zu wollen. Wer das begriffen hat, reist viel entspannter. Und genau deshalb komme ich immer wieder gerne zurück.
