Asien zieht jedes Jahr Millionen von Reisenden aus aller Welt an. Ob die pulsierenden Metropolen Südostasiens, die spirituellen Stätten Indiens, die Naturwunder Chinas oder die hochentwickelten Städte Japans und Südkoreas, der Kontinent bietet eine überwältigende Vielfalt. Doch wer sich auf eine Reise nach Asien vorbereitet, muss auch an die gesundheitliche Vorsorge denken. Impfungen spielen dabei eine zentrale Rolle und können im Ernstfall lebensrettend sein.
Grundimmunisierung vor der Reise überprüfen
Grundsätzlich sollte vor jeder Asienreise der eigene Impfstatus überprüft werden. Viele Basisimpfungen, die im Kindesalter verabreicht wurden, verlieren mit der Zeit ihre Wirkung und müssen aufgefrischt werden. Dazu gehören Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten und Polio. Diese Grundimmunisierung ist nicht nur für Asienreisen relevant, sondern für jeden Auslandsaufenthalt in weniger entwickelten Regionen unerlässlich.
Hepatitis A: Eine der wichtigsten Reiseimpfungen
Hepatitis A gilt als eine der wichtigsten Reiseimpfungen überhaupt. Das Virus wird über kontaminiertes Wasser und Lebensmittel übertragen und ist in vielen Teilen Asiens weit verbreitet. Die Erkrankung äußert sich durch Gelbsucht, Erschöpfung und Leberschäden und kann einen Urlauber über Wochen außer Gefecht setzen. Die Impfung bietet zuverlässigen Schutz und ist gut verträglich. Zwei Impfdosen im Abstand von mehreren Monaten sorgen für einen langjährigen Schutz.

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Hepatitis B: Schutz bei längeren Aufenthalten
Hepatitis B ist ebenfalls relevant, insbesondere für Reisende, die länger in Asien bleiben oder dort medizinisch behandelt werden könnten. Das Virus wird durch Blut und Körperflüssigkeiten übertragen. In vielen asiatischen Ländern ist Hepatitis B in der Bevölkerung weit häufiger als in Europa. Die Grundimmunisierung erfordert drei Impfdosen über einen Zeitraum von mehreren Monaten.
Typhus: Risiko durch Wasser und Lebensmittel
Typhus ist eine weitere ernstzunehmende Erkrankung, die in Teilen Südasiens, besonders in Indien, Pakistan und Bangladesch, aber auch in Teilen Südostasiens verbreitet ist. Übertragen wird es ebenfalls über Wasser und Lebensmittel. Die Impfung bietet keinen vollständigen Schutz, reduziert aber das Risiko erheblich und sollte gerade für Abenteuerreisende und Individualreisende in Betracht gezogen werden.
Japanische Enzephalitis: Gefahr durch Mücken
Japanische Enzephalitis ist eine durch Mücken übertragene Viruserkrankung, die in ländlichen Teilen Asiens vorkommt. Besonders gefährdet sind Reisende, die längere Zeit auf dem Land verbringen oder an Reisfeldern oder Süßgewässern übernachten. Die Erkrankung kann zu schweren Hirnhautentzündungen führen. Die Impfung wird für Reisen von über einem Monat in ländliche Gebiete Südostasiens und Chinas empfohlen.

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Tollwut: Vorsicht bei Tierkontakt
Tollwut ist in weiten Teilen Asiens nach wie vor ein ernstes Problem. Wer in der Region mit streunenden Hunden, Affen oder Fledermäusen in Kontakt kommen könnte, etwa bei Trekkingtouren oder in Gegenden mit vielen Straßenhunden, sollte eine Vorimpfung in Betracht ziehen. Diese Vorimpfung ersetzt nicht die Nachbehandlung nach einem Biss, vereinfacht und verlängert aber das Zeitfenster für eine wirksame Behandlung erheblich.
Malaria: Schutz ohne Impfung
Malaria ist zwar keine impfvorbeugende Erkrankung, aber ein unverzichtbares Thema bei Asienreisen. In Teilen von Südostasien, besonders in Myanmar, Kambodscha und Teilen Indonesiens, sowie in Süd- und Zentralasien besteht ein Malariarisiko. Reisende sollten sich beim Tropenmediziner über die aktuelle Lage informieren und gegebenenfalls eine Malariaprophylaxe einnehmen. Ergänzend dazu sind Mückenschutzmittel mit hohem DEET-Anteil und die Verwendung von Moskitonetzen wichtige Schutzmaßnahmen.
Aktuelle Gesundheitsrisiken berücksichtigen
Covid-19 und andere aktuelle Erreger sollten im Rahmen der Reiseplanung ebenfalls berücksichtigt werden. In manchen asiatischen Ländern bestehen noch spezifische Einreiseregeln oder Empfehlungen im Zusammenhang mit Atemwegserkrankungen.
Der richtige Zeitpunkt für die Impfberatung
Der beste Zeitpunkt für die Impfberatung ist mindestens sechs bis acht Wochen vor Reiseantritt. Einige Impfstoffe brauchen mehrere Wochen, um vollständig wirksam zu sein. Wer kurzfristig bucht, sollte trotzdem zum Reisemediziner gehen, denn selbst eine kurzfristig verabreichte Impfung bietet noch Teilschutz. Hier kannst Du nach guten Ärzten suchen in deiner Region – https://praxiszeiten.de.
